Stammbaum - Großmeister Chen Xiaowang

Großmeister Chen Xiaowang wurde am 20.10.1945 in Chenjiagou im Bezirk Wenxian, Henan Provinz, geboren. Sein Vater war Chen Zhaoxu, der älteste Sohn von Chen Fake. Chen Xiaowang erlernte das Familien - Taijiquan von seinem Vater und seinen Onkeln Chen Zhaokui und Chen Zhaopi.

Chen Zhaokui Chen Zhaopi

Schon in frühester Kindheit beobachtete er seinen Großvater Chen Fake beim Training und hörte von seinen übergroßen Fähigkeiten. Dies füllte das Bewusstsein des jungen Chen Xiaowang mit Entschlossenheit, die Familientradition weiterzuführen. Bevor er die Schule besuchte, trainierte er unablässig den ganzen Tag. Während der Schulzeit beharrte er auf seinem Training, vor und nach der Schule, von mindestens 5 Taijiquan Routinen (Formen). Während der Erntezeit oder der Frühjahrsaussaat trainierte er in den Pausen, in denen die anderen sich ausruhten. Er machte es sich zur täglichen Pflicht, egal wie beschäftigt er war, mindestens 20 Taijiquan Routinen (Formen) zu wiederholen. Auch als seine Familie ein Haus baute, bei dem Chen Xiaowang für den Einkauf des Baumaterials zuständig war, verschob er den Einkauf um sein tägliches Training zu absolvieren. Dank seiner Beharrlichkeit entwickelte er sich rasch und hob sich aus der jungen Generation der Chen Familie hervor. Während der Kulturrevolution war er gezwungen als Schreiner zu arbeiten und konnte nur nachts heimlich trainieren, da Taijiquan zuerst von der kommunistischen Führungselite gefördert wurde, zu jener Zeit jedoch als reaktionär verpönt und verboten war.

Bei der Gründung eines Wushu Studios des Kultur- und Sport Komitees der Provinz Henan wurde Chen Xiaowang dort Trainer. Von diesem Moment an verdoppelte er seine Bemühungen. Aufgrund seiner herausragenden Leistungen gewann er dreimal die Goldmedaille im nationalen Wushu Turnier im Taijiquan in der Provinz Shanxi 1980/1981/1982. 1985 gewann er in Xi'an bei einem internationalen Treffen erneut Gold. Taijiquan wurde wieder offiziell gefördert, Chen Xiaowang zum Vertreter im nationalen Volkskongress und zum “Kategorie Eins Individuum” gemacht. In einer TV Produktion über Chenjiagou mit dem Titel “Ein Besuch in der Heimat des Taijiquan” spielte er die Hauptrolle. In Folge entwickelte er zunächst für das nationale Bedürfnis sein eigenes Trainingskonzept mit der Stehenden Säule (Zhanzhuang) und den Seidenübungen (Cansigong). Zum einfacheren Einstieg in das System des Chen-Stils entwickelte, basierend auf den alten Langformen, die 38er und die 19er Kurzformen. Dazu sagte er in einem Interview im Kung Fu Magazin: “Meine Intention ist es, beim Kreieren der Formen die Charakteristika des Chenstil Taijiquan beizubehalten, unter Betonung der Angriffs- und Abwehrtechniken und des Seidenfadenprinzips.”

Von 1985 an begann er auch im Ausland zu unterrichten, zunächst in Japan, 1987 in Singapur und ein Jahr später in den USA. 1990 gründete er die WCTA “World Chen Xiaowang Taijiquan Assoziation”, ein weltweiter Verband zur Verbreitung des authentischen Chenstils seiner Familientradition. 1991 übersiedelte Chen Xiaowang nach Australien, als Erleichterung für seine vielen internationalen Reisen. Als weitere Aufgabe sieht er den Auf- und Ausbau Chenjiagous als Zentrum für Chenstil Taijiquan. In seiner Freizeit hat er sich der Kunst der Kalligraphie gewidmet, die er durch die tiefe Verinnerlichung des Taiji-Prinzips auf ein sehr hohes Niveau gebracht und damit viele Wettbewerbe gewonnen hat. Die Kalligraphien verkauft er zur Unterstützung von Chenjiagou.

Seine Güte, herausragenden Fähigkeiten im Taijiquan und sein untadliger Charakter brachten ihm weltweit großes Ansehen und Respekt in der gesamten Martial Arts Szene ein.


Chen Xiaowang


Übersicht