Die einzelne Peitsche „dan bian“

Die linke Hand verbindet sich mit der rechten Hand, um in einer Einheit zu wirken.

1. Schaubild der Position

Inschriften oberhalb der Figur:

Chen Xin Schaubild 1.3.1.

Fig.1.3.1: Die einzelne Peitsche (dan bian)

  1. Fünf Finger bewegen sich und benutzen Kraft
  2. Das linke Handgelenk sollte nicht (zu) locker sein
  3. Der Bogen im Ellenbogen ist wie ein neugeborener Mond oder ein gespannter Bogen
  4. Fokussiere deine Aufmerksamkeit und schau zum Mittelfinger der linken Hand
  5. „jin“ Kraft ist am höchsten Punkt des Kopfes fokussiert
  6. Halte den Nacken aufrecht
  7. Die vordere linke Schulter und die hintere rechte Schulter sind gesunken, hebe niemals die Schultern an
  8. Verliere nicht die Verbindung zum rechten Handgelenk
  9. Bündele die Fingerspitzen der rechten Hand und dreh sie am Handgelenk nach unten, um eine Hakenhand zu formen, kurz bevor sich die linke Hand vorärts bewegt

Inschriften in der Figur:

  1. ziehe Kraft zur Außenkante der Handfläche
  2. ziehe Kraft zur Daumenkante der linken Hand
  3. Brust
  4. der rechte Arm formt einen Bogen im Bezug zum Körper, wie bei einem neugeborenen Mond

Inschriften unterhalb der Figur:

  1. überwechselndes „qi“ in der Brust fließt hinab zu den Füßen; kann es nicht tief genug sinken, sinkt (fließt) es in „dan tian“
  2. das Knie des vorderen Beins bewegt sich 3 cm vorwärts, sollte aber nicht über die Zehen gehen
  3. alle fünf Zehen des linken Fußes graben sich fest in den Boden, besonders der große Zeh
  4. der linke Fuß ist ein wenig leerer als der rechte Fuß
  5. setze zuerst die linke Ferse auf den Boden, dann setzt den ganzen Fuß ab, zur selben Zeit schiebe das Körpergewicht auf die Zehen
  6. runde den Schritt ab, um ihn zu leeren und platziere ihn in natürlicher Weise leicht vorwärts
  7. platziere das rechte Knie 1,5 cm vorwärts, verliere nicht die Verbindung zu ihm
  8. der rechte Fuß zeigt leicht nordwestwärts, in einer hakenförmigen Position
  9. drücke die rechte (Fuß-)Sohle auf den Boden im Bereich des Akupunkturpunktes „yong quan“
  10. platziere die rechte Ferse auf den Boden, drück sie mit Kraft nach unten, um den Stand zu stabilisieren; der rechte Fuß sollte stabil sein, entsprechend der Aussage: „die Front ist leer, das Hintere ist stabil“
  11. drehe beide Schenkel leicht nach innen, um den Schritt von beiden Seiten einzuhüllen
  12. wende die Gesäßbacken leicht nach oben, um den Unterbauch zu unterstützen und die natürliche Position des Schrittes
  13. die rechte Hand bildet eine energetische Verbindung mit der linken Hand

Die wahre / wesentliche Kraft ist an der Krone des Kopfes (Scheitelpunkt) fokussiert und ist mit „Zhong qi“ assoziiert. Alternativ könnte sie auch als „Zheng qi“ im Verstand / Herz gespeichert werden. Fließt „Zhong qi“ erst einmal zur Krone, aktiviert und stimuliert alle im Körper existierenden spirituellen Substanzen.

In der Kampfkunst wird Verstand / Herz als der Gastgeber angesehen. Die Wirbelsäule ist die Linie, die den Körper in eine linke und rechte Hälfte aufteilt und kann einem Drehpunkt gleichgesetzt werden. Die Taille ist die Grenze, die den Körper in eine obere und untere Hülfte aufteilt: oberes „qi“ bewegt sich aufwärts, wogegen unteres „qi“ nach unten fließt, um die gesamte Position in einen oberen und unteren Teil zu unterteilen. Die solide Energie der Position fließt durch den Körper hindurch, greift jedoch nicht in die Organisation der Glieder ein, wo der linke Arm das linke Bein und der rechte Arm das rechte Bein entsprechend führt. Die Bewegung beider Beine wird durch die Bewegung der Arme bestimmt, lass den Körper also nicht plötzlich auf- und absteigen. Auf- und Abbewegungen werden synchron von den Armen und Beinen ausgeführt, sodass die „Taiji“ Positionen natürlich und innerlich verbunden aussehen, wie eine einzige Form.

Beide Hände, einschließlich der Handflächen und der Finger, bestimmen die Bewegung des ganzen Körpers. Beine und Füße folgen der Bewegung der Hände. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt. „Zhong qi“ sollte langsam und weich entlang der Arme fließen, niemals eilig, noch in Aufregung / Verwirrung. Biege den Körper nicht zur Seite, jedoch bewege das Herz „qi“ in die Arme, um es als wahres „Zhong qi“ zu enthüllen. Der linke Handrücken zeigt schräg südlich, während der rechte Handrücken nach Norden zeigt. Sobald „zhong qi“ die Finger erreicht hat, füllen sich die Arme ebenfalls mit „qi“. Beide Hände und Arme werden auf demselben Level gehalten.

Eigentlich ist es nicht nötig den Körper in die Kardinals Richtungen auszurichten, wenn wir Taijiquan praktizieren. Weil allerdings der „große Wagen“, auch bekannt als das Haus des Schöpfers, der Richtung Norden entspricht, sollte sich der Praktizierende respektvoll nach Norden wenden bei seiner Ausgansposition. Infolgedessen orientieren sich alle hier vorgestellten Schaubilder nach Norden, der Rücken zeigt nach Süden, der Osten nach rechts und der Westen nach links.

2. Bewegung des rechten und linken Arms

Alle Diagramme dieser Figur zeigen nach Norden, mit der rechten Hand in der führenden Position.

Die einzelne Peitsche erfordert eine vollständige Koordination des linken und rechten Arms. Unter- und Oberkörper sind miteinander verbunden. Die Finger der linken Hand sind leicht gebeugt und der Unterarm verweilt in einer bequemen Position. Die linke Hand zeichnet dann einen Kreis westwärts (bewegt sich kreisförmig nach Westen), um an einem natürlichen Punkt mit dem Unterarm zu verweilen (zum Halt zu kommen).

A) Bewegung der linken Hand

Chen Xin Schaubild 1.3.2.

Fig.1.3.2: Bewegung der linken Hand

Inschriften

  1. Halte die linke Hand in Form der Gabelhand (dies bedeutet generell, dass der Daumen von den restlichen Fingern getrennt ist, wenn die Hand an der Taille ruht)
  2. Taille

Beim Verlassen seiner Position an der Taille bewegt sich die die linke Hand aufwärts in Richtung der Rechten. Dies ist nicht die leitende Bewegung, aber die einleitende Kreisbewegung hin zur rechten Hand.

B) Bewegung der rechten Hand

Chen Xin Schaubild 1.3.3.

Fig.1.3.3: Bewegung der rechten Hand

Inschriften

  1. Die Finger der rechten Hand zeigen nach oben
  2. Der Weg der Bewegung der rechten Hand
  3. Endposition der rechten Hand

Dies ist die „jin“ Energie des Arms. Die rechte Hand zeichnet (macht) eine vollständige Kreisbewegung mit dem Handrücken schräg nach vorne zeigend.

C) Bewegung beider Arme

Chen Xin Schaubild 1.3.4.

Fig.1.3.4: Bewegung beider Arme

Inschriften

  1. Der linke Arm ist nach außen gestreckt
  2. Die linke Hand stoppt hier
  3. Die rechte Schulter

Dieses Schaubild beschreibt die linke Hand, die immer nach Norden zeigt. Deswegen sind die Bewegungen des linken und des rechten Arms ähnlich der beschriebenen Figuren 1.3.2. und 1.3.3. Der linke Arm ist gebeugt und in völliger Koordination mit der Position des rechten Arms. Die linke Hand steigt, vorbei am vorderen Körper (das ist die Brust und der Unterleib) vom Akupunkturpunkt „tian tu“ (Ren Mai, KG 22, Bresche des Himmels) und „yin jiao“ (Ren Mai, KG 7, Verknüpfung des Yin) hin zu „qi hai“ (Ren Mai, KG 6 ,Meer des Qi), „shi men“ (Ren Mai, KG 5 ,Das steinerne Tor) und „guan yuan“ (Ren Mai, KG 4 ,Das erste der Passtore), die sich alle hinter dem Nabel in Form eines gezogenen Bogens befinden. Dies wird bezeichnet als die umfassende (enthaltende) Brust, was bedeutet, dass die Brust leer sein muss um „jin“ Kraft zu enthalten.

Zur gleichen Zeit nimmt der rechte Arm eine „Haken“ Position als Ausgleich zur Position der linken Hand ein. Die kreisförmige Bewegung windet sich nach innen, um den Beginn der Bewegung der rechten Hand anzukündigen. Die rechte Hand bewegt sich in einem kleinen Kreis, vor ihrer Hakenhandposition.

3. Schaubild der „jin“ Kraft im Bein, erzeugt durch die Reeling Silk Methode

Die wesentliche / wahre Kraft beginnt sich aufzuwickeln, in einer von den Füßen zum Schritt nach innen aufwickelnden Richtung. Wenn das Aufwickeln der Kraft den Schritt erreicht, pumpt sich die „jin“ Kraft der beiden Beine, unabhängig vom soliden „qi“, hoch. Beide Knie und Zehen sind leicht nach innen gedreht, der untere und der obere Teil der Beine bewegt sich in natürlicher Synchronisation, der Schritt ist geöffnet und nach innen genommen (gerichtet).

A) Schrittpraxis

Platziere den linken Fuß nach vorne. Zieh den rechten Fuß seitlich zum linken, die rechten Zehen berühren den Boden als Vorbereitung für den nächsten, circa 1 chi und 5-6 cun (rund 65 cm) breiten, Schritt westwärts.

Chen Xin Schaubild 1.3.5.

Fig.1.3.5: Methode um den linken und rechten Schenkel zusammen zu halten

Inschriften

  1. Linkes Knie
  2. Rechtes Knie

B) Technik um die Position der Ferse anzupassen

In der Position der einzelnen Peitsche sind die linken Zehen auf dem Boden nahe der rechten Zehen platziert, dann wird ein Schritt westwärts ausgeführt. In der Position „lan zha yi“ (Den Mantel befestigen) zeigen die Zehen nordöstlich und der linke Fuß macht einen Schritt nordwestlich. Nach dem Absetzen der linken Ferse drehen sich die Zehen auf dem Boden langsam nordwestlich. Bevor die Sohle vollständig auf dem Boden abgesetzt ist, drehen die rechten Zehen nordöstlich ohne den Fuß zu bewegen, wohingegen die rechte Ferse leicht in nordwestliche Richtung ausgerichtet wird. Somit ist die Position der rechten Zehen nachjustiert, während die linken Zehen sich in den Boden graben, wenn die linke Ferse auf dem Boden abgesetzt wird. Setze die linke Sohle langsam ab, bis die Zehen sich in eine stabile Position gesenkt haben. Zur gleichen Zeit wird die Position des rechten Fußes nachkorrigiert, um sicher zu stellen, dass die wesentlichen Kräfte beider Beine verbunden sind.

Der Name „einzelnen Peitsche“ leitet sich von der Position der Arme ab: die linke Hand ist generell links platziert während der rechte Arm nach vorne platziert ist, etwas längsseits der rechten Rippen auf Schulterhöhe. Das Wort „einzelne“ kommt von der Tatsache, dass beide Arme ausgestreckt sind, aber nur eine aktiviert ist. Das Wort „Peitsche“ bedeutet Schmerz und Bestrafung. Für diese Position sind die Arme ausgestreckt in Form einer Peitsche, dies bedeutet, dass die linke Hand die Führungsrolle übernimmt und auf Nabelhöhe platziert ist, wobei sie eine kleine Wendung nach außen macht, die Handfläche zeigt nach oben. Die rechte Hand bewegt sich vorwärts in einem Halbkreis. Beide Hände bewegen sich in gleicher Art und Weise. Ihre Energien „shen“ (Geistesenergie) und „qi“ (Lebensenergie) widerhallen einander, wie zwei von Angesicht zu Angesicht sprechende Personen, von Atem zu Atem.

Als nächstes bewegt sich der führende linke Arm nach links und verursacht, dass der Körper passend (entsprechend) folgt, macht eine halbe Drehung in dieselbe Richtung, doch auf einer leicht höheren Ebene und westlich, bewegt sich auf sehr langsame und sanfte Art und Weise. Wenn die Körperdrehung zu 80-90% vollständig ist, richte deine Augen zur linken Hand und wenn der Körper in seine Endposition kommt, richte deine Aufmerksamkeit sanft auf den Mittelfinger der linken Hand, darauf achtend, den Blick nicht abrupt (unvermittelt) anzupassen.

„Zhong qi“ spult sich in der gleichen Weise auf wie in der „lan zha yi“ (Mantel befestigen) Position: rechte Hand und rechter Unterarm sind aufeinander abgestimmt in einer einzigen Bewegung, während der linke Fuß zuerst aufgestellt ist, (bei einem aufgestellten Fuß berühren nur die Zehen den Boden) neben dem rechten Fuß, um dann einen Schritt parallel in die gleiche Richtung westwärts zu machen. Wenn die linke, nach innen zeigende Hand stoppt (zum Halten kommt), setzt sich die Ferse des linken Fußes langsam auf dem Boden ab, bis sich der große Zeh in den Boden gräbt, gleichzeitig mit der endenden Bewegung der linken Hand (auch wenn die Bewegung beendet ist ), bricht der Geist nicht ab (die Aufmerksamkeit bleibt bestehen)).

„Zhong qi“ spult sich in der gleichen Weise auf wie in der „lan zha yi“ (Mantel befestigen) Position: die rechte Hand und der (rechte) Unterarm bewegen sich in koordinierter Weise, während der linke Fuß anfänglich neben dem rechten abgestellt ist, bewegt er sich in einen Schritt nach links in die gleiche Richtung wie die linke Hand, die sich ebenfalls westwärts bewegt. Zur gleichen Zeit bewegt sich die rechte Hand und der Körper sinkt leicht auf das stützende rechte Bein. Die Größe des Schrittes ist abhängig von der Größe des Ausführenden, sollte aber nicht größer sein als „2chi“ (um die 65 cm). Wenn die linke, nach innen zeigende, Hand stoppt, setzen wir den linken Fuß langsam auf dem Boden ab, bis der große Zeh sich in den Boden gräbt, in dem selben Moment, in dem die linke Hand zum Ende ihrer Bewegung kommt. Beachte, auch wenn die physische Bewegung endet, geht die Bewegung des Geistes weiter (die Aufmerksamkeit bleibt bestehen).

Die rechte Hand wölbt sich erst rückärts, während die linke Hand sich westwärts bewegt, dann bewegt sie sich (die rechte Hand) vorwärts nach Osten. Geschieht dies, bewegt sich der rechte Unterarm vor die linke Handfläche, um „jin“ Kraft auf dem rechten Handrücken zu sammeln, deren Finger schräg nach oben zeigen. Dann bewegt sich die linke Hand weiter westwärts, die rechte Hand hinter sich lassend, als würden sie sich voneinander trennen. Jedoch behalten beide Hände Ihre geistige Verbindung in einem unsichtbaren Bogen solange bis die linke Hand in ihre Endposition gelangt. An diesem Punkt nimmt der rechte Arm die Hakenhand ein, seine fünf Finger zeigen von der Taille nach unten wie ein Peitschengriff. Wenn dieses geschieht, achte darauf, den Blick geradeaus zu halten und nicht auf die Hakenhand. „jin“ kraft fließt auf einem sich aufwickelnden Weg entlang beider Arme vor und zurück um die rechten Finger zu erreichen und um schließlich bei den rechten Fingerspitzen zu stoppen.

Inzwischen bewegt sich das unterstützende rechte Bein nicht, bis die rechte Hand ihre finale, nordöstliche Position eingenommen hat, die rechten Zehen zeigen in die gleiche Richtung. In der letztendlichen Bewegung wird der rechte Fuß nachjustiert indem die Zehen nach innen gedreht werden, um nordwestlich zu zeigen (tatsächlich sehr viel mehr nördlich als westlich). Der untere und obere Teil der unterstützenden rechten Hälfte des Körpers sollte gut koordiniert sein und sich wie eine feste Einheit bewegen, vier Fünftel solide und nur ein Fünftel weich. Die Arme, Ellenbogen und Schultern sind fast parallel zueinander und bewegen sich synchron seitwärts, während sich der zentrale Teil des Körpers dreht, wie auf eine aufrechte Achse. Aufgrund des entspannten Zustandes der Gelenke und Sehnen öffnen sich beide Arme, um dem Hauptstrom der „jin“ Kraft zu erlauben, von den gesunkenen Schultern hin zu den auf Schulterhöhe positionierten Händen zu fließen. Die äußere Weichheit ist tatsächlich unterstützt von einer angemessenen Festigkeit des Geistes tief im Inneren, welche äußerlich zur angemessenen Zeit gezeigt wird.

Die individuelle Praxis des Taiji Boxens ist wesentlich zur Meisterung der Technik. Jedoch ist es recht schwierig allein zu praktizieren, besonders im anfänglichen Stadium, hauptsächlich auf Grund der Unerfahrenheit. Daher sollte man nicht zu große Ergebnisse von der Praxis erwarten, da dies unpassende Gedanken innerhalb der Brust provozieren kann, welche die Fähigkeit im Boxen zukünftig schädigen können. Der Hauptpunkt ist, sich natürlich und spontan zu leiten / führen, im Einklang mit jeder besonderen / speziellen Situation.

Weil niemand die Zeit oder den Ort eines Angriffs vorhersehen kann, noch seine Art oder Weise, muss man natürlich und spontan antworten, ohne einen zweiten Gedanken (das heißt zu agieren mit einem einzigen (in sich geschlossenen) Geist). Es ist sehr wichtig, wahres Taiji-Denken zu entwickeln und angemessene Reaktionen. Bis du in einen Kampf verwickelt warst, wie kannst du den Weg und die Richtung des Aggressors wissen? Wie kannst du wissen, welchen Teil deines Körpers der Gegner zuerst besiegen will? Es ist eine sehr schwierige Aufgabe, selbst für fortgeschrittene Übende / Praktizierende. Jedoch mit Mitteln des Anziehens (im Sinne von anlocken) und Gegenangriff, wirst du die Situation richtig meistern können, „ohne Sinn und Verstand“, wie das Sprichwort heißt, was bedeutet spontan, aber effektiv, ohne einen bewussten Gedanken. Jene, die nicht wissen, wie dies effektiv zu tun ist, fragen: „wie lange müssen wir praktizieren um erfolgreich zu werden?“. Die Antwort ist: „ein Leben lang.“ Wenn auch ein Praktizierender vielleicht in einem mittleren Level seiner Fähigkeiten verbleibt, außerstande weiter voranzuschreiten (weiterzuentwickeln), trotz einer lebenslangen Praxis, können wir generell sagen, dass großer Fortschritt erzielt werden kann nach ungefähr 9 Jahren ausgiebigen Trainings. Ein siebenjähriges, hartes Training bringt vielleicht weniger Fortschritt, jedoch genug um „jing“ Essenz zu verfeinern und seine Anwendung zu meistern für den Rest seines Lebens. Die, die weniger als 2 Jahre praktizieren und gleichbleibend für einige Jahre, werden nur eine flache Erfahrung erreichen. Nach einigen Jahren der Entwicklung aufzuhüren bedeutet, außerhalb des Eingangstores zu bleiben, es nicht zu wagen, in den wahren Bereich der Meisterung des Taijiquan einzutreten. Um sein Herz zu durchdringen, musst du von innen beginnen. Obgleich es dir nicht möglich sein wird, was du durch das tägliche Training lernst, einzuordnen und zu verstehen, wirst du allmählich beginnen, der unendlichen Straße der Entwicklung und Selbstkultivierung zu folgen, in Harmonie mit den Regeln und Prinzipien. Ohne das Letzte gibt es keinen Weg zu lernen, dass das Quadrat rund ist und das Runde ein Quadrat ist. Beständigkeit ist der höchste Wert in diesem langwährenden Prozess und für den Praktizierenden am schwierigsten zu erfüllen.

4. Siebenzeiler gewidmet der einzelnen Peitsche

Die einzelne Peitsche ist eine höchst effektive Technik:
Eine lange Schlange weitet sich aus von Osten nach Westen.
Wenn der Kopf angegriffen wird, bewegt sich der Schwanz
Um „jing“ Essenz und „shen“ zu verbinden;
Wenn der Schwanz angegriffen wird, bewegt sich der Kopf,
Um die „mai“ Kanäle und die „luo“ Kollaterale zu verbinden.
Wenn die Mitte angegriffen wird,
bewegen sich der Kopf und Schwanz zusammen: die unteren und oberen Glieder zerschlagen alles in den vier Ecken, wie das Spannen eines Bogens.
Wenn du mich fragst: „Wo ist die wahres Quelle für all dies?“
Würde ich antworten: „Du musst vorsichtig schauen zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule.“

5. Freier Vers

In der ganzen Welt findet sich keine andere Peitsche wie diese:
Sie schlägt ohne Eile, um meine Gegner mit der linken Hand zu zerschmettern.
Sich aus der Taille und Ellenbogen bewegend, immer schlagend, bläst es tief durchdringend.
Es gibt keinen Weg, die abgelegenen Bereiche zu schützen bis an die westliche Grenze.
Seine gewaltige Kraft bewahrt immer ein Geheimnis, auf welche Weise kann ich es verstehen?
Spann den Bogen und schieße - unter dem Biegen muss es entspannt sein.
Es gibt keinen Platz außerhalb seiner Reichweite;
Seine Beständigkeit ist wie ein natürliches Unheil.
Seine unglaubliche Technik basiert gänzlich / völlig auf dem ganzen Körper:
Leere und Agilität greifen ineinander zu einem einzelnen Faden.
„zhong qi“ folgt der Position, steigt es auf, fürchtet sich der Feind.
Um zum Sieg zu gelangen und der Niederlage zu entgehen
Ohne die Kräfte mit dem Gegner zu messen, bedeutet die tiefgründige Fähigkeit, kurz und lang zu sehen.
Dies ist es, was „yang existiert innerhalb von yin“ genannt wird (der gebeugte Arm ist „yin“ während der gestreckte Arm „yang“ ist).

6. Symbolische Bedeutung der Position

Wenn das Boxen praktiziert wird, musst du frei sein von jedweder Anhaftung im Verstand / Herz. Dies bedeutet, dass dein Verstand / Herz sauber und leer sein sollte, so dass alles, das äußerlich zu dir kommt, ebenfalls leer ist. Innerlich bewandert und kultiviert, aber freundlich und nachgiebig nach außen, verkörperst du auf diese Weise die „li“ (Feuer) Figur, innerlich leer, jedoch äußerlich stark. Zurückkehrend zu „dantien“ wird „qi“ (Energie) weiterentwickelt / verfeinert zu solidem „qi“, leer von oben und unten, aber solide zwischendrin (zwischendurch) in dem Bild des „kan“ (Wasser) Trigrammes. Alle vier Glieder sind entspannt und geöffnet, um „zhong qi“ zu erlauben mit Leichtigkeit zu fließen und die gesamte Figur mit „qi“ anzufüllen.

Die zu Ende ausgeführte Position verkörpert das „tai“ (Nr.11; der Austausch, wesentliches Merkmal ist gegenseitiges Durchdringen und ungehinderte Kommunikation nach allen Seiten) Hexagramm, seine extreme Erscheinungsform ist ein Symbol der harmonischen Interaktion zwischen Himmel und Erde. Fließt die Position über von „qi“ wird es schwierig Wechsel auszuführen, wie flinke Drehungen und geschmeidige Bewegungen. Dieses wird dargestellt durch das Hexagramm „pi“ (Nr.12; Blockierung, wesentliches Merkmal, dass Hindernisse den freien Fluss von Lebensenergie, Kommunikation und Entwicklung hemmen) Symbol des Zerfalls von Himmel und Erde. Nehmen die Arme ihre endgültige Position ein, kann diese Position nicht als die eines großen Mannes erachtet werden. Daher wird „zhong qi“ sich im Zentralen Platz finden, sobald die zweite Bewegung die geteilte Linie von „pi“ in eine ungeteilte Linie verwandelt hat, den Wechsel vom niedrigen Trigramm „kun“ (Erde) in „kan“(Wasser). Durch die Wandlung der fünften, ungeteilten Linie in eine geteilte Linie, wandelt sich das obere Trigramm „qian“ Himmel in „li“ (Feuer) dessen leerer und wendiger Kern solides „qi“ nährt. Während eines Zeichens von Verfall und Unheil, ist der Einfluss vom Hexagramm „pi“ natürlich und gütig und weißt nicht auf eine unersättliche Begierde hin, bewusst Schaden zuzufügen. Dennoch versuche alles zu tun, um jedwede Erscheinung von „pi“ (Blockierung) zu vermeiden, durch die vollständige Ausführung der vier Tugenden der Kampfkunst (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung). Die „lan zha yi“ (Mantel befestigen) und „dan bian“ (einzelne Peitsche) Position haben den Status von „liang yi“ (die zwei Erscheinungen), deren Interaktion „si xiang“ (die vier Bilder) erzeugen. So gebiert „taiji“ „liang yi“, welche „si xiang“ hervorbringt, um schließlich den Anstoß zu geben, zum unaufhürlichen Kreislauf der Erzeugung der unzähligen Dinge. Um zu geschicktem und komplexem Wissen zu gelangen, musst du auf die sorgsame Meisterung des „gong fu“ vertrauen. Praktiziere gut, trainiere deinen Körper gewissenhaft und kultiviere die Moral über einen langen Zeitraum. So begreifst du die wahre Bedeutung von Taijiquan Boxen. Gibt es der Worte genügend um die wahre Bedeutung dieser Kunst zu beschreiben? In der Tat, es kann nur repräsentiert werden, durch den natürlichen Mechanismus der Bewegung, vorangetrieben von „yin“ und „yang“, der irdischen Darstellung des Lehrsatzes von öffnen und schließen. Wenn ein Seidenfaden stark ist, ausschließlich durch einen starken Willen, ist es weit entfernt von dem natürlichen Modell und kann nicht auf Taijiquan zurückgeführt werden.