Buddhas Wächter stampft mit dem Stößel

1. Beschreibung der Figur:

Chen Xin Schaubild 1.1.1.

Fig.1.1.1:
Buddhas Wächter stampft mit dem Stößel

  1. Das linke Handgelenk zeigt nach oben und steht in Bezug zur Nase
  2. Der linke Ellenbogen sinkt nach unten, zeigt leicht zur Seite und stützt die rechte Faust
  3. Herz und Geist werden ruhig; ist der Geist in Ruhe, fließt Energie sanft, in vollendeter Harmonie
  4. Die linke Schulter ist entspannt und nach unten gesunken, die Schulter nicht heben, da sie sonst verkantet und blockiert
  5. Der Blick ist nach vorne gerichtet, nicht zur Seite wenden, da sonst der Geist abschweift und unkonzentriert wird
  6. Die Aufmerksamkeit des gesamten Körpers ist eins gerichtet, konzentriert am Scheitelpunkt, genannt „dingjin“, einem der wichtigsten Punkte, der zwischen Sein und Nichtsein zu liegen scheint
  7. Die Konzentration ist ganzheitlich auf das, was mit den Ohren gehört werden kann und was nicht, gerichtet
  8. Der Hals ist aufgerichtet
  9. Die rechte Schulter ist entspannt und nach unten gesunken
  10. Der rechte Ellenbogen ist nach unten gesunken und nicht auch nur ein bisschen angehoben
  11. Die rechte Faust liegt in der linken Handfläche, 5-6 cun (cun: Breite des Daumens in Höhe des Endgliedgelenks, somit eine relative Maßeinheit, die für jeden Menschen verschieden ausfällt, durchschnittlich: 18,7mm) unter der Brust / Brustkorb
  12. Energie sammelt sich in dantien (energetisches Zentrum des Körpers, befindet sich ca. 3 Fingerbreit unterhalb und 2 Fingerbreit hinter dem Bauchnabel)
  13. Das linke Knie beugen, da sich ansonsten der Schrittbereich nicht richtig öffnen kann
  14. Der linke Fuß ist parallel zum rechten, die Zehen zeigen nach vorne. Das Gewicht wird insoweit nach vorne verlagert, dass die Akkupunkturpunkte des großen Zehs (da-zhong, yin-bai, da-dun) angeregt / gepresst werden
  15. Der Schritt muss gelöst nach unten sinken (abgerundet) und leer sein sodass „jing“ Energie (sexuelle, essentielle) sich in den Beinen entwickeln / ausbreiten kann. Der Schritt wird nicht von den beiden Seiten angespannt / gepresst
  16. Das rechte Knie leicht beugen, da sich ansonsten der Schrittbereich nicht richtig öffnen kann
  17. Die innere Kraft sinkt in die Hüfte und wird dort angereichert

Während des Taijiquan Trainings ist es normalerweise nicht nötig, sich bei der Ausgangsposition strikt an den Himmelsrichtungen auszurichten. Da sich der Große Bär jedoch im Norden befindet, sollte sich der Praktizierenden respektvoll dorthin ausrichten, da es die Quelle der inneren Energie des menschlichen Körpers ist, auch genannt Zhong-Qi (Energie) oder wesentliche zentrale Energie. (zhong: Mitte / Zentrum; das chin. Schriftzeichen zeigt eine Zielscheibe, die genau in der Mitte von einem Pfeil durchbohrt ist; das große qi (Energie) des Himmels da qi (Atemluft) verbindet sich mit der Nahrungsenergie der Erde gu qi und es entsteht die rhythmisierende Energie zhong qi).
Daher werden alle Diagramme in diesem Buch nach Norden ausgerichtet, den Rücken im Süden, die rechte Seite im Osten und die linke Seite im Westen. Um den Weg des Himmels festzulegen / bestimmen, muss auf die Energien / Substanzen yin und yang zurückgegriffen werden. Um den Weg der Erde zu schaffen, muss das Konzept von weich und hart anwendet werden, um den Weg der Menschen zu finden brauchen wir Güte und Rechtschaffenheit. Fülle die Beine und Arme mit Reelingsilk / Seidenfaden - (Konzept des Seidenfadenspinnens) Energie, der Kopf ist aufrecht, der Blick nach vorne gerichtet. Während des Sitzens sei wie eine Türangel, im Stehen wie ein leerer Raum.

Konfuzius sagt:

„Wenn dir Respektlosigkeit begegnet, schaue sie nicht an, wenn dir Respektlosigkeit begegnet, hör nicht hin, wenn dir Respektlosigkeit begegnet, sprich nicht einmal darüber; wenn dir Respektlosigkeit begegnet, bewege sie nicht“.

Praktizierst du Taijiquan, beschäftige dich ehrenhaft und respektvoll damit, als einen natürlichen Teil des Prozesses. Folgend der gegebenen Praxis / Training und den Regeln, schau auf die Taijiform, hör auf sie, sprich über sie und beweg sie von innen heraus. Wenn die Form nicht trainiert wird, beruhige Herz und Geist, befriede / beruhige die Energie, um mit dem spirituellen Muster / Prinzip des Taiji zu verschmelzen. Während des Trainings bringe den Geist zur Ruhe und beruhige die Energie, sodass die oberen und unteren Glieder (Ober-und Unterkörper) sich frei und natürlich bewegen können, ohne Anspruch. Versuch das natürliche Triebwerk / Mechanismus des Taijiquan richtig einzuleiten (zu beginnen), in Entsprechung der inneren Normen und Riten (Regeln). Die Riten (Regeln) des Taijiquan geben an (legen dar), dass man langsame, träge Energie nicht durch den Körper fließen lassen soll. Wenn diese träge Energie verklebt / verdickt, benötigt es eine Vielzahl an Bewegungen (Training) um die Bildung / Entstehung von unzähligen Krankheiten zu verhindern und um diese Energie aus allen Teilen des Körpers auszutreiben. Die Riten / Regeln stützen sich / basieren auf Freude und Respekt, ausgehend von Friede und Harmonie. Wenn es dir möglich ist, respektvoll zu sein, in Friede und Harmonie zu bleiben, wirst du zu einem guten Taijiquan Praktizierenden / Ausübenden.

Es heißt:

„Taijiquan ist der Weg der Kunst“.

Wie die Meister darlegen:

„Sind die existierenden Regeln äußerst streng, ist selbst der höchst ausgebildete Weise nicht mehr fähig, ihnen zu folgen trotz seines gong fu*.“

Wenn es der Gegenstand / Thema der Kunst ist, was muss getan werden um es zu begreifen? Es heißt ebenso, dass man durch das Taijiquan Training lernt, die Moral zu pflegen / kultivieren, seinen Charakter zu verbessern und sein Leben zu schützen. Wie Mencius* darlegt: „Ohne die bestehenden Praktiken und Regel zu erlernen, kann man nicht nachgiebig und zurückhaltend im Verhalten sein“. Den Weg des Taiji zu praktizieren bedeutet, dass jemand, der nicht gegen die klassischen Schriften verstößt und jedes einzelne Wort respektiert / achtet vom Anfang bis zum Ende, sich mit ganzen Herzen dem Studium des Taiji widmen kann. Seinen Willen insoweit zu verbessern, bis er von dem ihm innewohnenden Ehrgeiz befreit ist. So wird er den Zustand der Einheit erreichen entsprechend jedem einzelnen Prinzip des Taiji. Dieses Prinzip oder die Einheit wird in den folgenden Seiten dargelegt.

2. Das Schaubild vom linken yang und rechten yin

Beschreibung der Figur:

Chen Xin Schaubild 1.1.2.

Fig.1.1.2:
Das Schaubild vom
linken yang und rechten yin

Die erste Position / Figur benötigt die oberen und unteren Glieder (Ober-und Unterkörper) um sich entsprechend dem Diagramm zu bewegen und zu drehen. Die linke Hand entspricht dem inneren Kreis des yang, wenn die linke Hand und der linke Fuß in Bewegung sind. Die rechte Hand entspricht dem äußeren Kreis des yin, wenn die rechte Hand und der rechte Fuß sich bewegen. Wenn nicht von der Form abgewichen wird, wird alles (der gesamte Körper) substanziell (wesentlich, gesättigt, angereichert) und wirkt im Einklang als eine Bewegung (Einheit); die linke Hand ist leicht vorne während die rechte Hand etwas weiter hinten befindet; die linke Hand ist innen während die rechte Hand außen ist.
Entsprechend dem vorgegebenen Bewegungsmechanismus folgt yin auf yang, daher ist yang innen während yin außen ist.

3. Schaubild entsprechend des Energieflusses im gesamten Körper

Das folgende Diagramm beschreibt die unzähligen Interaktionen (Wechselwirkungen) zwischen yin und yang, entsprechend dem Entstehen der unzähligen Dinge. Also können yin und yang als ein Bestandteil der Taijiquan Anwendungen betrachtet werden.

Chen Xin Schaubild 1.1.3.

Fig.1.1.3:
Schaubild entsprechend des Energieflusses im gesamten
Körper Beschreibung um den Körper herum

  1. Rechte Hand
  2. Kommandeur / Befehlshaber
  3. Linke Hand
  4. Klares / reines qi (Energie)
  5. Auftretende Ordnung
  6. Stelle, in die die gesamte Körperenergie zurückfließt
  7. Linkes Bein
  8. Verunreinigtes / schmutziges qi (Energie)
  9. Absteigend
  10. Rechtes Bein
  11. Stelle, an der Fußtruppen und Reiter zusammentreffen
  12. Bewusstsein
  13. Aufsteigend

Beschreibung der vertikalen Achsen

  1. Verstand / Herz
  2. Dan tien / Energiezentrum
  3. Akkupunkturpunkt hui yin

Wie Mencius weiter ausführt:

„Der Wille ist der Befehlshaber der Energie, die den ganzen Körper füllt. Verstand / Herz sind wie der General, während das qi (Energie) wie die Fußtruppe ist. Der General gibt die Befehle und die Truppen führen sie folgsam in der folgenden Reihenfolge aus:“

4. Mechanismus der Seidenfadenenergie entlang der Arme.

Der Mechanismus der Energie ist festgelegt / gemacht in der Seidenfadenenergie, beginnend in der Innenseite des Unterarms, der die wesentliche Energie jin durch die unteren und oberen Extremitäten führt.

Chen Xin Schaubild 1.1.4. Chen Xin Schaubild 1.1.4.

Fig.1.1.4: Mechanismus der Seidenfadenenergie entlang der Arme.


  1. Äußere Armseite: diese Form repräsentiert jin oder wesentliche Kraft, die von den Schultern hinab in die Fingerspitzen fließt.
  2. Arminnenseite: diese Form repräsentiert jin Kraft, die von den Fingern zu den Achselhöhlen und den Schultern fließt.

Die erste Figur stellt die nach außen fließende jin Kraft dar, die zweite Figur stellt die nach innen fließende jin Kraft dar. Die jin Kraft der Arme strömt aus vom Verstand / Herz und fließt durch die Schultern und Ellenbogen zu den Fingerspitzen. Auf diese Weise fließt sie in direkter Rotation (spiralförmig hun) vom Knochen zur Haut, von der Schulter zum Finger und setzt dabei jing Essenz frei.
Fließt jing Essenz in umgekehrter Richtung von den Fingern zu den Schultern, das bedeutet jing Essenz kehrt zurück, kann diese benutzt werden um Gegner dazu zu bewegen vorzustoßen um dann in die Leere zu fallen.

5. Schaubild des aufgerichteten Schritts

Chen Xin Schaubild 1.1.5.

Fig.1.1.5:
Schaubild des aufgerichteten Schritts

  1. Akkupunkturpunkt heng-gu.
  2. Der Schritt sollte weit geöffnet sein, nicht zu sehr verengt durch einen hohen Stand.

Die jin Kraft aus beiden Beinen strömt aus von den Zehen und wickelt sich aufwärts an Knöcheln, Knien und Oberschenkeln hinauf zum Schritt, auch bekannt als Akkupunktur hui-yin. Nach dem Erreichen der Ferse des Fußes fließt die jin Kraft allmählich zu den Akkupunturpunkten tong-gu und da-zhong an der Außenseite des Fußes, weiter zu den Punkten yin-bai, da-dun, li-dui an den Zehen um sich schließlich direkt mit dem Untergrund / Boden zu vereinen.

Der Name dieser Figur / Position, jin-gang besteht aus zwei Charaktern die zusammen genommen wörtlich Stahl bedeuten, wenn sie allerdings getrennt behandelt / betrachtet werden, haben sie eine spirituelle Bedeutung: die letzte Silbe „gang“ (wörtlich hart / fest) bezeichnet die wesentliche / sexuelle jing (Energie) während die erste Silbe „jin“ (wörtlich ein genereller Begriff für Metall) für fest und unbeugsam steht. Tatsächlich, als ein Begriff gesprochen, widerhallen die vier Silben der Figur „jin gang dao dui“ wie ein Kanonenschuss, der eine heilige Zauberformel andeutet.

Der Name der Figur zaubert auch das Bildnis eines Kriegers hervor, der einen magischen Stößel hält, bereit damit Getreide in einem Mörser zu zerstoßen. Mit dieser Vorstellung verkörpert die zu einer Faust geballte rechte Hand den Stößel, während die nach oben zeigende linke Handfläche, wie eine Tasse geformt, den Mörser darstellt.

Durchdrungen von Ihren jeweiligen Qualitäten fest und schwer, stoßen beide Hände zusammen fest in eine Tasse hinein zum Schutz des Herzbereiches, welches der Zentralbereich des Körpers ist.So ist der Name der Figur hergeleitet.

In der Ausgangsposition kann die Nase für die den Körper in eine linke und rechte Seite Einteilende erachtet werden.

Ferner kontrolliert die linke Hand die linke Hälfte des Körpers während die rechte Hand die rechte kontrolliert.

Die Arme und Beine der jeweiligen Seite des Körpers bewegen sich gleichzeitig um den Rumpf zu schützen.vDies bedeutet, dass viel Aufmerksamkeit für den Energiefluss benötigt wird insofern als die Bewegung der Hände die korrekte Stellung der Ellenbogen und der Oberarme bewirken, als auch die Bewegung des gesamten Körpers.

Der Energiefluss in beiden Armen beginnt, wenn sich die Hände heben, deshalb sollten Sie nicht zu hoch sein, andernfalls wird die Position des Oberkörpers steif und blockiert. Die Bewegung der Hände führt die Bewegung des Unterkörpers an und alles weitere, während die Position der Körpermitte (den Rumpf eingeschlossen) ganz natürlich bestimmt wird durch die Verbindung zwischen Ober- und Unterkörper. Sobald die Energie „qi“ durch den Körper fließt wird die gesamte Position richtig wiedergegeben.

Der Körper wird aufrecht gehalten, die Ellenbogen zeigen nach unten, die Schultern sind gesunken und die Arme hängen natürlich herab.

Die Füße sind schulterbreit geöffnet, die Zehen zeigen nach vorne. Die Knie sind leicht gebeugt damit sich der Schritt öffnen kann und die „jin“ Kraft durchfließen kann.

Ist der Schritt geöffnet und leer, beginnt die Herzenergie ihren Fluss von der linken Hand und folgt dem halben Vorwärtsschritt des linken Fußes.

Sodann führt die rechte Hand den rechten Fuß, in einem Kreis aufwärts bis sie auf Höhe der linken Hand stoppt. Beide Hände sind geformt als würden sie einen Ball halten.

Die rechte Hand senkt sich leicht während die nach innen zeigende linke Handfläche auf Höhe des Herzens ist. Die rechte Hand und der rechte Fuß werden mit der Leere in Verbindung gesetzt, die linke Hand und der linke Fuß mit Fülle. Während des Schrittes stütz das linke Standbein den ganzen Körper sodass der Akupunkturpunkt „bai hui“ klare / reine Energie („qi“) nach oben leiten kann und schmutzige / unreine Energie nach unten.

Wenn klare Energie aufsteigt verhindert die unruhige Herzenergie das Hinabfließen von unreiner Energie zu den Füßen als ein natürliches Resultat einer stabilen Haltung.

Schließlich fließt klare / reine Energie zurück vom oberen Teil zu „dantien“.

Sobald die Herzenergie zurückfließt, fließt die gesamte Energie des Körpers zurück. Diese Bedingungen müssen vom Anfang bis Ende der gesamten Taiji Routine / Übung beibehalten werden, folgend den Kriterien der genauen Körperposition, welches die Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen voll und leer, weich und hart, Ober- und Unterkörper sowie aller vier Eckpunkte ist, demzufolge es dem Übenden möglich ist, die Füße in der richtigen Stellung zu halten.

Folglich wird man zu Beginn von der Energie der Arme eingehüllt, während der Kopf die Bewegung der soliden / beständigen Energie innerhalb des leeren körpereigenen Kreislaufes regelt und beaufsichtigt, gleich einem mächtigen chaotischem Strom, der sich durch blockierte Bewegungen in jeder Position schlägt. Schließlich kehrt die Energie vollständig zurück in die Strukturen des Taiji Motivs (Symbol), ohne Spuren zu hinterlassen. Der Energiefluss kann verbildlicht werden mit der Überwachung durch unsichtbare Finger am gesamten Körper, die den unendlichen Kreislauf der inneren Energie durch den gesamten Körper führen. Demzufolge existiert das Taiji-Motiv (Symbol) um die Taiji Lehre zu erklären.

Der Schrittbereich ist die Wurzel beider Oberschenkel und muss geöffnet sein. Das Ausmaß der Öffnung des Schrittbereiches muss nicht wörtlich genommen werden. Wird er mit bewusster Anstrengung (geistiger Führung) geöffnet, genügt ein geringer Riss in Breite eines Seidenfadens, ohne würde selbst ein Spalt von 3 chi (chin. Maß: 1 chi= 3,333m) Breite nicht genügen den Schritt zu öffnen.

Dieser Bereich ist von besonderer Wichtigkeit für den eigensinnigen Student.
Taiji ist in der Art und Weise zu praktizieren, sich nicht über das Taiji Motiv / Symbol hinaus zu dehnen, welches vielleicht aufrecht oder schräg positioniert ist, nach links oder rechts orientiert ist, langsam oder schnell ist, mit „yin“ oder „yang“ Substanzen, geformt oder formlos ist - alles bedingt durch die Position, ausgeführt innerhalb der Grundstruktur der endlos wiederkehrenden Bewegung.

Die Schaffung von „yin“ und „yang“ Energie im Körper schließt auch moralische Aspekte mit ein, um Taiji tatsächlich zu verkörpern / auszudrücken. „Formloses“ Taiji enthält auch „geformtes“ Taiji. Menschliches Wissen ist innerhalb des konkreten Taiji Bereiches, wenn unkonkretes Taiji folgt.

Welcher anderen Taiji Art kann jemand folgen, als der natürlichen Art? Praktizierende mögen vielleicht wissen wie man Energieübungen macht, dennoch wissen sie nicht wie man dem natürlichen Weg folgt. Zum Beispiel wenn man den Tag als Öffnen und die Nacht als Schließen betrachtet, sind also Öffnen und Schließen die natürlichen Bedingungen des Taiji. In der Taiji Anwendung kann dies als Aufwärts- oder Abwärtsbewegung, dem nicht sichtbaren Ansammeln oder Loslassen von Energie in der Position ausgedrückt werden - ein Punkt, der von den Praktizierenden oft nicht gewissenhaft beachtet wird.

Verteilt jemand während des Taijiquan Trainings Energie, wird der Körper gänzlich abhängig von Bewegung, ein verbesserter Zustand, da der Körper sich eigentlich auf beständige Energie verlässt, für eine richtige Versorgung und dem Schutz vor Schaden. Und tatsächlich ignorieren die meisten Leute die andere Seite des Taiji Trainings bekannt als die „Kunst der Weichheit“. Sie sind sich nicht bewusst, dass sie unter Anwendung ihres „gong fußs“ einen Aufprall mit der Kraft von 1000 Hämmer, stark genug um hunderte von Stahloberflächen zu zerschlagen, produzieren können um dann augenblicklich wieder zu Weichheit zurück zu kehren. Weichheit produziert Stärke; Stärke und Weichheit hinterlassen keine sichtbaren Spuren und sie befinden sich außerhalb einer sichtbaren Erscheinungsform. Überdenken wir dieses, nehmen wir wahr, dass es eine weiche Eigenschaft hat, daher nennen wir es Weichheit / Nachgiebigkeit. Welch anderer Name könnte es natürlicher ausdrücken? Weich ist ein Begriff, den wir benutzen als Gegenteil zu fest und hart. Im Bezug zur Kampfkunst können wir Taijiquan nicht als weich oder hart bezeichnen, da die wahre Bedeutung von Taiji beides ist, Härte und Weichheit vereint in etwas Unsichtbaren, in einer unbestimmbaren Qualität, bekannt als „gong fu“, mit seinen unzähligen Erscheinungsformen. Daher ist seine Leistung / Errungenschaft schwer zu bemerken und kann nur in besonderen Fällen und Umständen wahrgenommen werden. In diesem Sinne kann es nur durch einen unwahren Geist / Verstand durch nicht fehlenden Geist / Verstand, durch nicht Zuspruch und nicht Zutun begriffen werden.

Durch die Verbildlichung der gesamten Routine von Anfangs- bis zur Endposition begreifen wir die Kunst visuell. Die Visualisierung hilft, das Unsichtbare sichtbar zu machen, der Mechanismus von Verstand / Herz tritt in den großartigen Zustand der Meisterschaft ein und das ursprünglich Endgültige kehrt zurück in den Zustand des Unbewussten. Erst jetzt können wir von wahrhaftem Boxen / Können sprechen. Sichtbares Boxen / Können wohnt im Verstand / Herz und ist organisiert im Einklang mit dem himmlischen Mechanismus. Die Hauptqualitäten offenbaren sich als Flinkheit und Lebendigkeit, die wir überall antreffen. Solches Boxen / Können ist jenseits der irdischen Welt, sodass jene, die sich nicht vollkommen der Kultivierung der Kunst hingeben nie erfahren werden, wie schwer es ist, seinen Formen (Vorgaben) richtig zu folgen und die Taiji Routinen mit einem Ablauf natürlichen fließender (arbeitender) Energie auszubilden.

Unkontrollierter Energiefluss hat keine Struktur und kann seine Funktionen nicht richtig umsetzen. Energie ist ein wesentlicher Bestandteil des Himmlischen Models „li“ und seinem Gegenteil. Die Zwei (Modelle) sind Eins und die Eins ist Zwei.

Demnach bewegen sich tausende Wechsel und unendliche Transformationen (Wandlungen) vor und zurück, auf und ab. Selbst der hingebungsvollste Student wird nicht fähig sein, sie in ihrer Gesamtheit zu erschöpfen.

Verstand / Herz sind der Gastwirt des Körpers, die Nieren sind die lebendige Quelle. Man muss Verstand / Herz klären (aufräumen) und den Wunsch haben, die eigenen (inneren) Quellen zu veredeln (kultivieren) - buchstäblich den Ort, wo die Wurzeln (Quelle) der eigenen Natur (Natürlichkeit) auftaucht. Diese Arbeit muss vorsichtig getan werden um die Wurzeln (Quelle) vor Schaden zu schützen. Auf der Grundlage von gesunden und starken Wurzeln (Quelle) kann man weitere Techniken (Fähigkeiten) hinzufügen um viel Gewinn (Nutzen) zu ernten.

Hast Du erst einmal die Mitte (Hauptstrom) begriffen, werden auch alle Nebenflüsse zu deiner Verfügung stehen.

6. Schlussfolgerung

Reines „yin“ (Energie) wird durch weiche Hände (wie beim Nachgeben) während reines „yang“ (Energie) durch harte Hände symbolisiert (vertreten) wird. Eine „yin-yang“ Verteilung von 1/10tel zu 9/10tel zeigt extreme Festigkeit an. Unter solchen Bedingungen kannst du nur mit Eisenstäben kämpfen. Eine „yin-yang“ Verteilung von 2/10tel zu 8/10tel, wie es in „Buddhas Wächter stampft mit dem Stößel“ verkörpert wird, erlaubt eine Auseinandersetzung von Hand zu Hand (ohne Waffen). Die Verteilung von 3/10tel zu 7/10tel erlaubt es das Harte zu fühlen und zu erfahren, dem gleich eine Verteilung von 4/10 zu 6/10tel deine erfahrenen Hände zeigt.

Wenn du einen Ausgleich der Verteilung von 5/10tel zu 5/10tel erreichst, ist die Vervollkommnung deiner Meisterschaft völlig offensichtlich. Dies bedeutet, dass die Nichtigkeit (Leere) des Taijiquan zurückkehrt zum Nichts durch Transformation (Wandlung). Jede Position der Taiji Routine beinhaltet so viele Wunder, dass selbst 1000de von Wörtern nicht genügen um sie alle zu beschreiben. Dennoch kann die gesamte Bedeutung des Taiji durch eine einzige Körpergeste zum Ausdruck kommen. Daher ist das „gong fu“ sehr schwer zu Vervollkommnen und braucht dazu sehr lange Zeit. Wie ein Sprichwort sagt: „eine Unzahl von Schlägen eines starken Geistes helfen das tägliche Kampfkunsttraining zu unterstützen“.

7. Die symbolische Bedeutung der Position/Figur

Die gegenwärtige „jin gang dao dui“ Position drückt die Verbindung von „yin“ und „yang“ Tugenden aus, gesammelt im Brustbereich, als eine Anhäufung von höchster Harmonie des „yuan qi“(ursprüngliche Energie), welche die 4 Gliedmaßen fällt, bis sie weich oder hart geworden sind und somit die Anforderungen von Verstand / Herz vollständig erfüllen. Festigkeit stimmt überein mit „qian“, dem Symbol des Starken und Gesunden, während das Symbol für Fügsamkeit / Nachgiebigkeit, „kun“ die Ruhe / Stille erbringt. Sobald „yin“ und „yang“ im richtigen Verhältnis stehen hinterlässt die Bewegung keine Spur, so als wenn das Weiche hart wird und wiederum ins Weiche zurückkehrt. Härte und Weichheit verkörpern die Vereinigung der Tugenden von „yin“ und „yang“, im Bezug zu „qian“ (Himmel) und „kun“(Erde) in unzähligen Erscheinungsformen.

8. Buddhas Wächter stampft mit dem Stößel

Die Figur ist eine Vereinigung von „jing“ Essenz und „shen“ (geistige Energie), des Ober- und Unterkörpers, der vier Ecken und der vier Grundrichtungen, die sich durch unendliche Wechsel und Transformationen beugen und strecken, welche hervortreten aus dem unveränderten und immer schmutzigen und chaotischen Taiji, aus dem vollkommenen Nichts.

Sein ganzes Leben hindurch hat der Mensch kein besseres Ziel, als die höchste Harmonie des wundervollen Brokats, geschmückt mit einem Strauß von Blumen(8), zu vervollkommnen. (8: der wundervolle Brokat bezieht sich auf die Kampfkunst, während der Strauß Blumen für das Erblühen und Vertiefen der Techniken und des Wissens steht).

In den Himmeln hält Buddhas Wächter einen Jadestößel der Tugend, um ihn durch die irdische Welt, ins Reich der bösen Geister, Dämonen und Teufel, zu stoßen. Wer, wenn nicht Buddhas Wächter, stößt den strafenden Stößel auf Dämonen und Teufel, wer wenn nicht er, wagt es den größten Mechanismus von Öffnen und Schließen zu entriegeln, zurück zu kehren zu der spurlosen Schönheit, die von den Weisen der Antike und den himmlischen Wesen für den Menschen enthüllt wurde?

Draußen in der Welt wacht er über unseren Herrscher und König, zu Hause schützt er Körper und die Sitten / Moral, sich verlassend auf den wahren Geist des Taiji, in welchem Anmut / Süße und Bitterkeit frei weg und ordentlich wahrgenommen werden kann. Dieses altertümliche System wird aus dir einen wundervollen Menschen und einen unvergleichlichen Kämpfer machen.

Erst bewege links dann rechts, aber nicht nur zur Aufrechterhaltung des ausgeglichenen Zustands von Bewegung und Stille, welches dem chinesischen Damespiel, genannt: „wie qi“ ähnelt, wo man alle Berge und Flüsse umzingeln kann, durch das Aufteilen der gesamten Position in „yin“ und „yang“ (hier mit der Bedeutung von weiblichen und männlichen Aspekten). Zur Ergänzung von „bai hui“ (Akutpunkturpunkt auf dem Scheitel) sind sieben Akupunkturpunkte der Füße an der Ausführung der Position beteiligt: